Der folgende Text soll einen kurzen Einblick in die Geschichte der Berna geben.
Er basiert auf den 2 Jubiläumsbüchern sowie verschiedenen Zusammenfassungen, welche von verschiedenen
FM über die Jahre hinweg gemacht wurden.
Allgemeines
- 18. Mai 1881
- 1. Sitzung von Notariatsstudenten, Brasserie Jucker
- 21. Mai 1881
- Genehmigung der ersten Statuten = Gründung der
Berna (1. Vorstand: X G. Spreng, XX R. Dällenbach,
XXX J. Strasser).
In den frühen Jahren der Verbindung war alles auf
das Notariatsstudium ausgerichtet (Repetitorien,
Vorträge).
- 6. Juni 1885
- Gründung der Alt-Berna, Wirtschaft Schmid;
Annahme der Statuten der Alt-Berna, bernischer
Notariatsverein. Motto: Einigkeit macht stark.
Statuten: Dem Volk zu Nutz und Ehren.
An der Spitze des Initiativkomitee standen Gottfried
Spreng und Adolf Jost; sie versandten 1885 ein
Zirkular an alle patentierten ehemaligen Mitglieder
der Studentenverbindung Berna.
- 1886
- Kauf der ersten Gesangsbücher
- 1886
- 1. AH-Tag in Herzogenbuchsee
- vor 1894
- 1. Band rot-weiss-violett
Bereits bei der Gründung 1881 wurde beschlossen,
Farben einzuführen, der Entscheid über die Art
wurde hinausgeschoben.
- 2. Juni 1889
- 2. Band schwarz-rot-violett
- Herbst 1894
- hörte das Verbindungsleben auf zu existieren.
Gründe:
- strengere Anforderungen für die Zulassung und den
Abschluss des Notariatsstudiums
- fehlendes Tragen von Farben
- SS 1905
- konnte das Verbindungsleben reaktiviert werden
(Vorstand SS 05: X Ch. Baumann, XX O. Hänni, XXX Fr.
Bühlmann, Lokal Hackerbräu), die Verbindung
übernahm die Statuten von 1888.
Weil viele Studierende der Verbindung fernblieben,
stellte die Jung-Berna der Alt-Berna den Antrag, das
Farbentragen zu genehmigen.
Ebenfalls von Bedeutung für das Wiederaufleben ist
die Oeffnung der Berna 1905 den anderen Fakultäten
gegenüber.
- 1905
- Erster Damenanlass
- Am 20. 1. 1907
- beschloss die Alt-Berna, das 3. Band mit den
Farben schwarz-gold-rot einzuführen. Hinzu kam die
grau-blaue Mütze (schwarze, rote und gelbe Mützen
hatten dazumal bereits andere Verbindungen).
- 12. Mai 1907
- erstmaliges Farbentragen, Bummel nach Schüpfen
- 1907
- Anschaffung Vollwix; Gesuch um Aufnahme in CC
- 30. Juni 1907
- Uebergabe 1. Fahne, schwarz-rot geflammt, Bär
in Mitte
- WS 1907/08
- Aufnahme in CC
- SS 1907
- Berna stellt erstmals einen CC-Präses
- Jan. 1912
- erscheint das erste Heft des «Bernaners». Bis Juni
1912 erscheinen 6 Hefte, nachher Erscheinen
quartalsweise. Mit Unterbrüchen bis 1921, 1931
regelmässig, ab 9. Jahrgang AH-Vorstand
verantwortlich.
Zweck des «Bernaners»: Zusammenhalt zwischen Alt und
Jung festigen.
- 1930
- Turnen obligatorisch
- 22. 2. 1930
- Erster Familienabend im Löwen Worb, Vorgänger
vom Couleurball
- 1931
- 2. Fahne, schwarz-gold-rot gestreift, links oben
Berner Wappen, Rückseite mit Berna-Zirkel
- Nov. 1931
- Erstmaliger Zibeler als Damenanlass, ursprünglich
Tanzanlass.
- 7. Juni 1942
- AH-Tag in Herzogenbuchsee: Buchsi-Fonds
Reglement:
- Finanzierung wertbeständiger Anschaffungen
- Unterstützung bedrängter Bernaner und ihrer
Angehörigen
- Gespiesen durch Spenden und Legate, sowie aus
laufender Verwaltung der
Alt-Berna
- Ostern 1948
- Idee der eigenen Skihütte, Bis anhin
verbrachten einige Bernaner ihre Skiferien im alten
Itramenschulhaus in Grindelwald.
Hauptverfechter des Chaletbaus: H. Bichsel v/o Götz.
- AH-Tag 1948
- in Grosshöchstetten: Zustimmung zum Kauf von
Land an der Sonnseite in Grindelwald
- 30. Okt. 1948
- Schlüsselübergabe Chalet
- 1956
- 3. Fahne, s-g-r geflammt, Wappen mit Zirkel in der
Mitte
- 1971
- Nachdem der «Zähringerhof» wegen Umbaus kündigte
(1970), wurde das Thema «Bernanerhaus» ein dringendes
Anliegen; Gründung «Genossenschaft Bernanerhaus»
durch 7 AHAH
- 1. Mai 1971
- Liegenschaft an der Gerechtigkeitsgasse 11 wird
Eigentum der Genossenschaft
- 1. Okt. 1972
- Schlüsselübergabe Bernanerhaus
- 1981
- 4. Fahne, moderne, schematische Fahne
Alle Fahnen sind noch im Besitz der Berna
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Wissenschaft
Gemäss Statuten von 1881 bestand der Hauptzweck der Berna in
der wissenschaftlichen Ausbildung der Mitglieder.
Allwöchentlich fanden in der Jung-Berna wissenschaftliche
Sitzungen statt. Es wurden schriftliche Arbeiten eingefordert
und im Rahmen der Verbindung diskutiert. Trotz der z.T. kleinen
Mitgliederzahl (14) konnten nicht alle Arbeiten begutachtet
werden.
Die Arbeiten wurden allerdings sehr ernst genommen,
Versäumnisse wurden gebüsst.
Nach der Neugründung 1905 blieb alles beim Alten. Nach der
Statutenrevision von 1911 (neue Devise) wurde der Vorstand
verpflichtet, den Grundsatz «Erste Pflicht ist immer Arbeit» zu
wahren.
Erste Aenderungen im WS 1913/14: anstatt Repetitorien gab es
Vorträge. Bereits 1914 beschwerten sich AHAH, dass anstelle
von wissenschaftlichen Abenden Tanzkränzchen durchgeführt
würden.
Lockerung des Prinzips der wissenschaftlichen Betätigung und
die Oeffnung der Verbindung für andere Fakultäten führt zur
Vernachlässigung der wissenschaftlichen Arbeit. Jedoch wollte
und konnte man kein Notariatsverein sein und nur mit der
Oeffnung konnte die Krise überwunden werden.
Die Statuten von 1940 sahen noch 2 Vorträge pro Mitglied vor,
zudem mussten jedes Semester Repetitorien steigen.
Die Statutenrevision von 1967 sah nur noch einen Vortrag vor,
Repetitorien steigen nur noch auf Verlangen des Präses.
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Vaterland
Der Zweckparagraph der Statuten von 1881 enthielt u.a.
folgenden Teil : "Pflege einer freien vaterländischen
Gesinnung in politischer und sozialer Beziehung". Anfänglich war
vorallem die Altherrenschaft in gewissen rechtlichen Fragen
politisch engagiert (Petition zum Erlass einer bernischen
Notariatsverordnung, Vorträge zum neuenn Steuergesetzentwurf,
zum neuen SchKG, Bekämpfung der Missbräuche im
Notariatswesen).
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Der Erste Weltkrieg
Die Mehrzahl der Bernaner wurde in die Armee eingezogen. Trotz
des Krieges erachteten die Altherren das Abhalten des AH-Tages
für möglich. Man spricht von gesegneten Verhältnissen in der
Schweiz. Für die Jung-Berna geht es um die Existenz. Im SS
1914 zählte man aufgrund der Verschärfung der Bedingungen
für das Notariatsstudium noch 9 Aktive! Durch den Aktivdienst
nahm die Zahl der anwesenden Bernaner noch mehr ab.
Am Ende des Krieges stand die Berna mit zerrütteten Finanzen
da. Die Geldentwertung erforderte Extrabeiträge und erhöhte
Mitgliederbeiträge.
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Klassenkämpferisches (1918/19)
Generalstreik 1918, die Berna versucht sich neutral zu
verhalten. Es ging ja z.T. um die "freie vaterländische
Gesinnung" (seit 1881 in Statuten). Im «Bernaner» Nr. 12 wies
der damalige Jung-Bernaner Rychener darauf hin, dass es darum
geht, das Interesse von Volk und Land vor eitle Selbstsucht zu
stellen. Es kommt in der Berna, abgesehen von wenigen Fällen,
zu keinen grossen Diskussionen und Zerwürfnissen wegen
politischen Fragen (Ausnahmen: Fall Dübi: Ausschluss von Dübi
verlangt, da er 1918 als Streikführer Brandreden gehalten
haben soll; Beitritt des CC zur Bürgerwehr wurde diskutiert,
kam nie zustande; Beiträge von Jung-Bernanern im «Bernaner» zu
den Themen Frauenstimmrecht, 48-Stunden-Woche; Teilnahme an
einer CC-Versammlung gegen den Nationalratspräsidenten in spe
Robert Grimm).
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Krisenjahre 1926 - 39
Nur wenige Hinweise (Krisenplättli am Zibeler im «Jura»). Der
Frontismus stiess in der Berna auf wenig Gegenliebe. Es stehen
nur mündliche Ueberlieferungen zur Verfügung.
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Der Zweite Weltkrieg
Ueber den Wert der Landesverteidigung war man sich einig. Die
Kundgebung zur Wehrvorlage wurde zum offiziellen Anlass
erklärt (1935 angenommen). Auch an der Wehrbereitschaftswoche
für geistige Landesverteidigung (organisiert von der SUB !!)
nahm die Berna an 3 Anlässen teil.
Die Generalmobilmachung war erneut eine Belastung für die
Berna. Aufgrund der 2. Mobilmachung (10. Mai 1940) musste der
AH-Tag verschoben werden, er fand im Herbst dennoch statt.
Belastungen für die Berna ergaben sich erst nach dem Krieg,
weil Kriegsteilnehmer in der Berna "sitzen blieben" und ihr
Wissen wieder auffrischen mussten.
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Im Zeichen des Kalten Krieges
Die Bernaner bezogen klar Stellung für Demokratie und
Unabhängigkeit. Teilnahme am Fackelzug für die ungarischen
Studenten. Am Dies Academicus wurden keine Ostblockvertreter
eingeladen, einige Anlässe wurden abgesagt (Commers im Chübu,
Uniball, Bernaner-Zibeler).
AH M. Hügi v/o Piz musste mit seiner Kompanie die russische
Botschaft in Bern beschützen!
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Freundschaft
Die Berna bietet den Rahmen, um Freundschaft zu suchen, zu
finden und zu Pflegen.
Eine wichtige Rolle spielt seit je her der Gesang: Im Jahre
1886 wurden die ersten zwanzig Gesangsbücher angeschafft.
Nach der Neugründung 1905 wurden Damenanlässe durchgeführt.
Nicht auszuschliessen ist jedoch, dass bereits im letzten
Jahrhundert Damenanlässe stattgefunden haben.
Als Vorgänger des Couleurballs wurden Bernanerfamilienabende
(ab 1930) durchgeführt, an denen die Altherren mit Gattinnen
und Töchtern sowie die Jung-Bernaner teilnahmen. Mit der Zeit
blieben die Altherren fern, so dass auf Vorschlag von Naphta
der Couleurball ins Leben gerufen wurde (1939).
1931 entstand die Tradition des Zibeler als Tanzanlass, die
erst mit dem eigenen Lokal abriss und in der Folge zum
gemütlichen Höck wurde.
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